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Verweisungszeichen zur Poesie

Auf ästhetischem Feld, wo Geschmacksurteile herrschen, entbehren Argumente einerseits der zwingenden Beweiskraft, anderseits ist es nicht jedem künstlerischen Synthetiker gegeben, dem kritischen Analytiker auf dessen Feld Paroli zu bieten, deshalb hat sich A.J. Weigoni für die Arbeit an den »Verweisungszeichen« 3 Jahre Zeit gelassen.
Qualität, Wissen und Poesie sind als Werte in Zersetzung begriffen, die deutsche Gesellschaft ist ein riesiger Haufen bequemer, nur am schnellen Konsum interessierter Konformisten, denen gegenüber sich Dichter so störend verhalten, wie Kies in der Erbsensuppe. Bei den »Verweisungszeichen« geht es Weigoni darum, die Poesie gegen den Literaturbetrieb zu verteidigen.
Im Literaturbetrieb gibt es so viele Platzhirsche, dass das eifersüchtige Dauergezänk zur üblichen Verkehrsform zwischen den Akteuren geworden ist. Wer, wie A.J. Weigoni die Poesie auf künstlerisches Neuland führen will, fällt oft hinter das vermeintlich Alte zurück und stellt sich die Frage: Wann hat es zuletzt eine ästhetische Debatte, eine Auseinandersetzung um poetische Formen gegeben?
Kaum erinnert man sich noch an die frühen 1980–er Jahre, an den Widerstand gegen den postmodernen Roman, an Kategorien wie das Authentische, das Negative oder das Plötzliche. Das Leben hat immer Recht, behauptet die Popliteratur, und in nachtragendem Gehorsam finden die neuen Debatten nun immer wieder in jenem Zwischenreich statt, wo sich Kunst und Leben zur Kolportage mischen. Nur auf diesem Feld scheint Aufmerksamkeit, scheinen Geld, Glück und Ruhm noch erreichbar zu sein. Und was ist ein Skandal, wenn nicht die äusserste Verdichtung von Aufmerksamkeit?
Poetisches Denken ist unrentabel, Poesie kein Produkt, das für einen Markt erzeugt wird. Von der Poesie darf man nicht verlangen, dass sie sich selbst kapitalisiert oder im kapitalistischen Sinn Profit bringt. Im Gegenteil: Man muss sie davon befreien.




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